Zuviel Zungenstoß-Technik?

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paradise06
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Zuviel Zungenstoß-Technik?

Beitragvon paradise06 » Sa Apr 27, 2013 12:32 pm

Hallo,

mal eine Frage an euch Fortgeschrittene:
Nach dem TWZ-Workshop 1 habe ich nur mit Zungenstoß gespielt. Jetzt bin ich
bei Workshop 2 angelangt und lerne gerade das Legato-Spiel und die Rolls.
Nachdem ich die neuen Tunes aus dem 2. Workshop gut gebunden und mit einigen
Rolls verziert spielen kann, wollte ich es auch mit meinen "alten" Tunes probieren.
Nur, das gefällt mir jetzt so gar nicht.
Ist es nur Gewohnheitssache oder passt das gebundene Spielen nicht zu allen Tunes?
Einen Mittelweg zu finden schaffe ich noch nicht. Entweder ich spiele gebunden oder
mit Zungenstoß.
Ganz viele Tunes, besonders die Hornpipes, wie z.B. "The Harvest Home" oder
"Alexanders Hornpipe" gefallen mit auch einfach besser, wenn sie nicht gebunden
gespielt werden.
Ist das dann falsch oder ist es einfach Geschmacksache?

L.G. S.
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Fila
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Beitragvon Fila » Sa Apr 27, 2013 6:50 pm

Hallo,

ich finde, dass es reine Geschmacksache ist und natürlich auch vom Tune abhängt. Ich spiele einfach so, wie es mir persönlich am besten gefällt. Ich mag es auch oft lieber mit etwas mehr Artikulation durch Zungenstoß. Das permanente Legatospiel empfinde ich persönlich oft als sehr langweilig und ermüdend. Mit Zungenstoß gespielt klingen für mich viele Songs einfach besser und ausdrucksstärker.

Liebe Grüße

Fila

paradise06
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Beitragvon paradise06 » So Apr 28, 2013 7:56 am

Hallo Fila,

ja, "ausdrucksstärker" da hast du Recht. Das ist genau das was ich am legato spielen
vermisse.
Aber wenn ich mir die bekannten Whistle-Spieler so anhöre, dann spielt keiner
mit so viel Zungenstoß wie ich. Vielleicht sagt mir irgendwann mal jemand:
Du spielt Blockflöte auf der Tin Whistle.
Irgendwo hier im Forum habe ich vor längerer Zeit mal gelesen, dass es einen
bekannten Whistle-Spieler gibt, der auch viel Zungentechnik benutzt.
Ich habe den Thread nicht mehr gefunden.
Weißt du wer damit gemeint ist?

L.G. S.
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Brigitte
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Beitragvon Brigitte » So Apr 28, 2013 10:00 am

Hallo und guten Morgen

mit oder ohne "tonguing" zu spielen und ob es gut klingt, haengt eher vom Stueck ab in das man das einbringt, es kann auch ueberladen wirken und ja, man kann sich auch schonmal als ehemaliger Blockfloetenspieler outen, wenn man zuviel davon einwirft :wink:

Hier eine Seite mit Tinwhistle-Tips, die wirklich sehr gut ist und jede Menge gute Anregungen fuer die verschiedenen Ornamentierungen und wann diese eingesetzt werden, gibt, nicht alles was sich nach tonguing anhoert ist auch so gespielt. http://www.rogermillington.com/siamsa/brosteve/ . Ist jedoch in Englischer Sprache, wenn es daran hapert, mit google translator versuchen klar zu kommen. Wichtig ist auch, dass Du dir die Stuecke oft anhoerst moeglichst von guten "in der Tradition aufgewachsenen" Spielern, damit Du hoeren kannst, was eigentlich machen die damit.

Es gibt eine Menge Spieler, die tonguing (tripple-tonguing) in Ihrer Spielweise nutzen.... einer der bekanntesten in den letzten 15+ Jahren ist Brian Finnegan. Wenn Du hier etwas suchst, dann in youtube unter Flook oder Brian Finnegan starten... dann fallen mit auch einige ein, wie Rune Barslund htp://www.runebarslund.com oder hier in NRW Stefan Decker, die ganz im Stil von Brian spielen lernten http://www.youtube.com/user/ceolma?feature=watch oder Geza Frank hier http://www.youtube.com/watch?v=ubXQr7FMj20 oder mal auf einer Low Whistle Brendan Ring http://www.youtube.com/watch?v=G1T2LZqrbzY (p.s.: wurde gerade zu diesem Stueck von Brendan korrigiert, er macht alles mit den Fingern, kein Tonguing in diesem Tune!)aber hier dann wieder, mal im Duett http://www.youtube.com/watch?v=G4cQvvOMCUI
Wenn Du hier mehr tune links moechtest, dann schicke mir eine Email, dann kann ich Dir einige Spieler-Links zum Starten schicken.

Je tiefer die Tonlage wird, die Du spielen moechtest, kann es schwieriger werden diese Technik umzusetzen. Nicht jede Whistle reagiert auf diese Ansprache schnell genug.

Schoenen Sonntag noch wuenscht
Brigitte

P.S. http://www.youtube.com/watch?v=GsVUz50rF3c Ryan Dun's Lehrversion von The harvest Home

P.P.S. editiert um mich zu korrigieren bzgl. Brendan Ring's Spielweise
Wenn die Klügeren nachgeben,
regieren die Dummköpfe die Welt.
(Jean Claude Riber)

paradise06
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Beitragvon paradise06 » So Apr 28, 2013 6:43 pm

Hallo Brigitte,

vielen Dank für deine Antwort und die vielen Links.
Bei den großen Meistern hört man den Zungenschlag nicht so sehr
wie bei mir. Liegt wahrscheinlich daran, dass ich noch so anfängerhaft spiele.
Oft stimmt auch das timing zwischen Zunge und Fingern nicht so ganz bei mir.
Die Version von The Harvest Home gefällt mir besonders gut.

Bei deinen Links sind einige von der irischen Musikschule, Elmstein dabei.
Da war ich die letzen 2 Jahre dabei. Du auch?
Vor 2 Jahren habe ich den Tin Whistle Work Shop bei Donna Harkin belegt.
Der war aber ganz klar noch zu schwierig für mich.
Letztes Jahr habe ich dann gekniffen und lieber Gitarre gespielt.
Dieses Jahr bin ich wieder mit der Tin Whistle dabei.

L.G. S.
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Brigitte
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Beitragvon Brigitte » Mo Apr 29, 2013 11:01 am

Hallo und wieder (noch) guten Morgen,

leider war ich bisher noch nicht in Elmstein und denke, dass ich es auch dieses Jahr noch nicht hinbekomme dort hin zu fahren, aber mein Mann wird im Sommer, wenn bis dahin alles gut geht bei uns, dort sein, zum letzten Event im Maerz ging hier leider noch garnichts in der Richtung.

Ich kann nur empfehlen, die Zunge zu trainieren indem Du (wenn Du meinst niemand haelt Dich fuer verrueckt oder kann Dich hoeren) immer wieder fuer eine gute Weile ganz schnell z.B. tiketa tiketa oder sowas in der Richtung machst, auch ohne Floete. Die Wiederholung ist dabei wichtig, nicht ob Du immer eine Whistle dazu zur Hand hast. Die Geschwindigkeit wird dann kommen... z.B. beim Autofahren kann man so eine Uebung gut machen :-) Gleiches mit den Fingern. Ornamentierungen immer wiederholen bis sie im "Fingergedaechtnis" eingegangen sind.

Der Link zu Ryan Dunn gibt noch mehr videos, manche auch explizit fuer Ornamentierungen, vielleicht hilft das auch etwas weiter... oder die Trad Lessons von Michael Eskin auch auf youtube.

Viele Gruesse
Brigitte
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Beitragvon Lurch » Mo Apr 29, 2013 3:42 pm

Hi

Ich würde auch sagen, dass es sehr vom Stück abhängt, wieviel Zungentechnik man einsetzen kann. Gerade bei Hornpipes und Polkas, die ja nicht immer so fließend sind, ist es gar nicht so verkehrt, ganz ohne Legato zu spielen.

Brian Finnegan als Paradebeispiel für den häufigen Einsatz der Zunge (und der Doppel/Trippelzunge) wurde schon genannt.

Es ist eine Sache des persönlichen Stils. Solange die Artikulation mit der Zunge gut klingt (also sauber und ohne quietschen und überblasen, wie man es oft bei umsteigern von der Blockflöte hört) ist es reine Geschmacksache.

whistleman
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Beitragvon whistleman » Mo Apr 29, 2013 7:03 pm

Hallo,

ich kann nur empfehlen, die Zunge zu trainieren indem Du (wenn Du meinst niemand haelt Dich fuer verrueckt oder kann Dich hoeren) immer wieder fuer eine gute Weile ganz schnell z.B. tiketa tiketa oder sowas in der Richtung machst, auch ohne Floete.

was Brigitte als Zungentraining empfiehlt ist meiner Meinung nach schon eine recht komplexe und eher für Fortgeschrittene Spieler geeignete Technik, nämlich die Triple Tongue oder Triolenzungentechnik. Diese Technik benutzt man in der Regel für extrem schnelle Zungenstoßaktionen. Hierbei werden 2 Töne mit der Zunge (t) und einer (k) mit dem Gaumen artikuliert. Entweder als tutuku oder, wie Brigitte sagt, als tiketa (finde ich allerdings eher ungewöhnlich von der Silbenbildung). Ob Tekete, Tikiti, TuTuku etc. musst Du einfach ausprobieren, welcher Vokal nach dem Anstoß Tuh oder Duh dir besser liegt und ob dir mehr der mittlere Ton mit dem Gaumen oder der letzte Ton, mit dem Gaumen gebildet, bei der Tripletongue gefällt und bei dir funktioniert.

Um die Zunge erst einmal ganz normal zu trainieren, halte ich es für den Einstieg für einfacher zunächst mit verschiedenen Anstoßsilben von ganz weich (z.B. Duh) bis hart (z.B. Tuh) zu experimentieren. Je nach Charakter des Tunes eignen sich unterschiedliche Anstoßsilben. Und dann immer wieder üben:: Von langsam, bis schnell, als Tonwiederholungen (immer der gleiche Ton) und natürlich auch als Skala und Dreiklangsbrechung mit Koordination der Finger. Bis man das alles gut drauf hat dauert es schon einige Zeit. Lohnt sich aber zu üben, da hierdurch die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten stark verbessert werden.

Viele Grüße

whistleman

paradise06
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Beitragvon paradise06 » Di Apr 30, 2013 6:21 am

Hallo ihr Lieben,

Danke für die vielen Tipps.
Wie immer ist es reine Übungssache. Aber ich bin schon etwas beruhigter dass ich
auch mal ungebunden spielen darf. Besonders die Hornpipes gefallen mir
in legato nicht.
...Und tukutu, teteke usw. kann man ja jederzeit üben ohne jemanden auf den
Senkel zu gehen.

L.G. S.
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