Unsortierte Beobachtungen bei der Whistle

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buenlimon
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Unsortierte Beobachtungen bei der Whistle

Beitragvon buenlimon » Sa Sep 11, 2010 4:22 pm

Ich habe eine MacNic Whistle in C. Sonst spiele ich immer Saxofon. Wie so viele andere habe ich als Kind Blockflöte gespielt. Eine Zeit lang war ich Besitzer einer Böhmflöte, aber ich wurde nie gut, wie viel ich auch übte. So verkaufte ich sie wieder. Einmal habe ich auf einem Flohmarkt eine Quena von einem Indianer gekauft. Die Griffe sind mir seitdem bestens geläufig. Das Quena-Spiel ist aber etwas anstrengend und so richtig gut bin ich darin nicht. Meine neue MacNic spielt wie ein Traum. Ausschlaggebend für den Kauf war, dass jemand geschrieben hatte, dass sie mühelos über 2 1/2 Oktaven gespielt werden könne. Das stimmt grundsätzlich auch mit meiner Erfahrung, allerdings ist die dritte Oktave sehr laut und ich spiele nur die ersten 2 regelmäßig und mache hier meine Skalenübungen. Ich sehe das Instrument praktisch als 2-Oktavig an.

Persönlich liebe ich nicht irische Musik so sehr. Sie klingt schön, aber schön klingen freilich auch so viele andere Dinge. Das interessante ist, dass man mit der Whistle Aufnahmen machen kann, die mindestens so schön klingen wie Panflöte, aber wesentlich rascher gespielt werden können.

Aus in- und ausländischen Foren weiß ich, dass manche Leute eine große Anzahl an Whistles haben. Insbesondere haben sie viele verschiedenen Größen, um in verschiedenen Tonarten spielen zu können. Ich habe nur diese eine, habe aber eine zweite in Bb bestellt, weil ich viele Noten (für Saxofon) habe, die für Bb-Instrument geschrieben sind.

Probiert habe ich inzwischen eine ausländische Whistle, von der es heißt, dass sie hervorragend verarbeitet ist und einen weichen und satten Klang hat. Was für ein Reinfall! Die MacNic ist mindestens doppelt so laut. Aber die Halbtöne, also Töne, die man mit einem halben Loch spielt, klingen bei der MacNic nicht anders als die anderen Töne. Bei der Konkurrenzwhistle aber schon! Die einzelnen Voll-Loch-Töne waren einigermaßen „samtweich“ würde ich sagen. Aber die Halbloch-Töne waren von einem üblen Blasgeräusch entstellt. Diese berühmte Whistle kann nur etwas für Leute sein, die nicht chromatisch spielen wollen. Ich habe mich jetzt extra hingesetzt und diesen Beitrag geschrieben, weil ich nirgendwo diese Beobachtung gelesen habe, also, dass andere Leute die eine Whistle für besser als die andere halten, nur weil man darauf besser chromatisch spielen kann. Nun spiele ich das Ding ja nur seit sehr kurzem, aber dennoch scheint es mir, dass man einigermaßen exakt die Halbtöne herauskriegt, und wenn man die gleichen Skalenübungen auf der Whistle macht, die man auf Saxofon auch macht um Jazz zu spielen, dann ist es mit Metronom doch möglich, einen täglichen Fortschritt zu erreichen in abartigen Tonarten usw. Ich finde daher, dass eine gute Whistle das auch können muss.

Für mich ist die Whistle nicht an erster Stelle ein Werkzeug um irische Musik zu spielen, sondern ein Mittel um Flötentöne ohne Synthesizer zu machen. Die Tinwhistle kommt mir da sehr entgegen, weil die Griffe schnell erlernbar sind und man sonst nur hineinpusten braucht, dann kommen die Töne von allein, im Gegensatz zu Querflöten, Quenas usw.

Jetzt ein anderes Thema: Bei der Fremdwhistle bildete sich Kondenzwasser im Mundstück, das tropfenmäßig dort hängenblieb und den Ton beeinträchtigte. So etwas passiert bei MacNic nicht. Da kann man eine Stunde oder auch zwei spielen, das Wasser tropft unten raus und das war es dann.

Thema Drei: Ich habe das Mundstück abgemacht und aus einem passenden Rohr ein Quenamundstück gefertigt (Rohr absägen, mit Rundfeile Kerbe machen, fertig), das mit ein Bisschen Isoliertape gut drauf passte. Durch Einschieben und Herausziehen gelang es, eine Stellung zu finden, bei der die Töne einwandfrei oktavierten. Somit bin ich wahrscheinlich der erste Besitzer einer stimmbaren Metallquena (?). Der Gedanke war, dass ich hier die C-Stimmung habe (Quenas sind meistens in G) und der Unterschied in Lautstärke zwischen der unteren und der oberen Oktave nicht so groß ist. Groß war mein Staunen, als ich vor dem Mikrofon und mit beiden Augen fest auf das VU-Meter im Sequencer-Programm geheftet feststellen musste, dass auch die Quena 3-6 dB lauter ist oben als unten. Ob es nun am Mundstück liegt oder nicht, als ich das MacNic-Mundstück wieder drauftat, war der Ton sauber – und – laut! Ich dachte mir, dass das Mundstück nur ein Chinabilligplastikschmeißwegteil ist, aber das Ding ist offensichtlich sehr gut, wenn es auch etwas einfach aussieht.

Nun fing ich dann an, mit verschiedenen Mikrofonstellungen zu experimentieren. Die englischsprachigen Leute scheinen sich darüber einig zu sein, dass das Mikrofon entweder senkrecht oder schräg über den Luftaustritt des Mundstücks gehört. Das mag bei Auftritten auch so sein und hat natürlich etwas logisches an sich, zumal egal wie lang eine Luftsäule drin schwingt, das eine Ende findet sich immer am Mundstück. Es hat aber auch etwas unlogisches an sich, denn selbst wenn dem so ist, heißt es nicht dass der große Schalldruck durch den Luftschlitz ans Ohr des Zuhörers kommt, er kann auch durch die Fingerlöcher kommen. Zudem muss man annehmen, dass ein Großteil der Schwingungen axial an das untere Whistleende getragen werden und man ein Mikrofon am unteren Ende anbringen könnte. Das tun einige Englischsprachige auch, mit einem Gummi dort ein Lavaliermikrofon mit Kugelcharakteristik. Ich habe die beste Einstellung mit dem Mikrofon schräg unter der Whistle, also wenn man in Längsrichtung der Whistle nach unten geht und dann ein bisschen nach vorne, dann habe ich das Mikrofon da. Das Mikrofon „guckt“ dabei nicht auf das untere Whistleende, sondern auf daslinke Ringfingerloch. Kriterium für diese Entscheidung war nicht der schönste Klang, sondern die Stelle zu finden, wo es am wenigsten dB-Unterschied zwischen einem Ton in der unteren und der oberen Oktave gibt. Direkt über dem Mundstück ist dieses Verhältnis ungünstiger. Ich habe noch nirgendwo gelesen, dass jemand auf die Idee gekommen ist, das zu testen. Allerdings habe ich nicht die ganze Fülle an Beiträgen durchgeforstet, die auf fremden Foren zu finden sind. Ich dachte aber, dass jetzt wo ich mir die Mühe mit dem Experimentieren gemacht habe, will ich das auch hier im Forum erzählen. Vielleicht hat jemand anders eine absolute Killerposition für sein Mikrofon gefunden. Übrigens: ich habe ein einfaches Kondensatormikrofon mit Superniere.

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